Schalke 04 und Ferrari trennen sich von russischen Sponsoren

Ein Geländewagen, das mit sehr vielen Aufklebern diverser Sponsor-Unternehmen beklebt wurde.

Es kommt immer wieder vor, dass sich Sportvereine von ihren Sponsoren trennen. Meistens liegt das entweder an aufgetretenen Problemen oder es wurde ein Sponsor gefunden, der eine höhere Summe bezahlt. Im Falle von Schalke 04 liegt es am Ukraine Krieg und Schalke 04 verliert hierbei jährlich eine hohe Summe. Ferrari hingegen geht dieses Risiko noch nicht komplett ein und hat den Vertrag lediglich pausiert – vorerst zumindest. Weitere Vereine reagieren ähnlich.

Ein Geländewagen, das mit sehr vielen Aufklebern diverser Sponsor-Unternehmen beklebt wurde.

Um Solidarität mit der Ukraine zu zeigen, trennen sich viele Vereine und Formel 1 Teams von ihren russischen Sponsoren – zum Beispiel Ferrari und Schalke 04. (©Schnauzer/Pixabay)

Schalke 04 verliert jährlich 4,5 Millionen Euro

Sportvereine haben immer einen guten Grund, Verträge mit Sponsoren einzugehen: Sie erhalten über den Vertrag eine festgesetzte Summe, die fest in den jährlichen Haushaltsplan eingerechnet wird. Je nach Verhandlungsgeschick und den Fähigkeiten eines Sportvereins kann eine hohe Summe gezahlt werden. Der Sponsor hingegen profitiert vom Vertrag, indem er die Spieler mit Trikots ausstattet, die seinen Namen tragen. Ferner können Sponsoren mit dem Sportverein Werbung machen und so den Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad der Vereine für eigene Zwecke nutzen.

Diese kurze Erklärung über das Sponsoring zeigt, dass kaum ein Sportverein die fest eingeplante Summe verlieren möchte. Im Falle von Schalke 04 lief es so ab, dass über den Sponsorenvertrag jährlich eine Summe von neun Millionen Euro gezahlt wurde. Auf einen Großteil dieser Summe verzichtet Schalke 04, da er den Vertrag mit Gazprom beendet hat. Dieser wäre eigentlich noch bis 2025 gelaufen. Als Grund für die plötzliche Beendigung des Vertrages wird der Ukraine-Krieg genannt. Selbstverständlich war Schalke 04 nicht untätig und hat sich bereits einen neuen Sponsor gesucht.

Vivawest und REWE werden neue Sponsoren von Schalke 04

Der Verein hat bereits öffentlich bekannt gegeben, dass es bereits Ersatz für den Sponsor Gazprom gibt. Der Hauptsponsor wird das Wohnungsunternehmen Vivawest, das in der Heimat von Schalke 04 angesiedelt ist. Dieses Unternehmen betreut mehr als 100.000 Wohnungen und hat seinen Sitz in Gelsenkirchen. Sowohl Vivawest als auch Schalke 04 freuen sich über die schnelle Vertragsabwicklung und fühlen sich auf besondere Art und Weise miteinander verbunden. Vivawest zahlt pro Jahr 4,5 Millionen Euro und wird ab sofort in den Live-Übertragungen zu sehen sein.

REWE hingegen wird nur Trainingssponsor. Das bedeutet, dass REWE die Trikots für das Training stiftet. Welchen Betrag REWE dem Verein jährlich zuschießt, wurde in der Pressemitteilung von Schalke 04 nicht verraten. Aber auch REWE sieht sich aus geographischer Sicht mit Schalke 04 verbunden und laut REWE-Bereichsvorstand Peter Maly fühlt sich REWE verpflichtet, dem Verein unter die Arme zu greifen. Nur so könne der Verlust des ehemaligen Sponsorenvertrages abgefangen werden.

Ferrari trennt sich vorübergehend von Kaspersky

Ferrari reagiert ähnlich auf den Ukraine-Krieg und hat den Sponsorenvertrag mit Kaspersky vorerst pausiert. Derzeit wurde nicht verraten, ob der Vertrag komplett beendet wird. Mit der Pausierung des Vertrages möchte sich Ferrari eindeutig auf die Seite der Ukraine stellen und somit Solidarität zeigen. Aus diesem Grund hat der Automobilhersteller bereits eine Million Euro an die Ukraine gespendet.

Gleichzeitig mit der Pausierung des Vertrages entfernt Ferrari vorerst den Schriftzug von Kaspersky, der sich normalerweise auf den Helmen und auf den Autos für die Formel 1 befindet. Zugleich beendet Ferrari seine Produktion für den russischen Markt. Wie Ferrari jedoch mit seinem unter Vertrag stehenden Fahrer Robert Shwartzman umgeht, steht noch nicht fest. Dieser besitzt immerhin die russische Staatsangehörigkeit.

Ferrari ist jedoch nicht das einzige Unternehmen im Rennsport, das solche Konsequenzen ansetzt. Bereits vor einigen Tagen hat das Haas Team bekannt gegeben, dass es sich vom Sponsor Uralkali getrennt hat. Zusätzlich musste ein Fahrer mit russischer Herkunft das Team verlassen.

Weitere Konsequenzen bei Schalke 04

Schalke 04 hat bekannt gegeben, dass der Verein im Moment keine Autogrammkarten herausgeben kann. Das Problem dieser Karten besteht im Logo von Gazprom, das sich auf den Karten befindet. Selbstverständlich können sie nach der Beendigung des Sponsorenvertrages nicht mehr abgegeben werden. Wie lange es dauert, bis sich die Fans dieses Sportvereins über neue Autogrammkarten freuen können, steht nicht fest.

Positiv ist aber, dass sowohl Sportfans als auch Sportwettenfans nicht mit weiteren Sanktionen rechnen müssen. Das bedeutet, dass der Verein auch ohne Gazprom finanziell keine Probleme haben wird und deshalb wie gewohnt spielt. Darüber freuen sich natürlich auch alle Sportwettenfans, da Wetten weiterhin möglich sind. Immerhin hat der Verein veröffentlicht, dass die „vollständige finanzielle Handlungsfähigkeit des Vereins“ erhalten bleibt – auch wenn der Verein bei einem Aufstieg 15 Millionen Euro von Gazprom erhalten hätte.

Weitere Vereine reagieren ähnlich

Ferrari und Schalke 04 sind nicht die einzigen, die sich von russischen Sponsoren trennen. Fast täglich wird bekannt gegeben, dass sich ein weiterer Verein von einem russischen Sponsor oder weiteren Unternehmen getrennt hat. So hat der Fußballverein Paris St. Germain veröffentlicht, dass er sich vom Sportwettenanbieter Fonbet getrennt hat. Die Zusammenarbeit wurde erst letztes Jahr besiegelt und sollte bis 2023 laufen. Es wäre jedoch denkbar, dass die Zusammenarbeit zu einem späteren Zeitpunkt erneut aufgegriffen wird, da es sich ebenfalls um eine kurzfristige Pause handelt.

Andere Sportvereine, Sportwettenanbieter und Glücksspielkonzerne reagieren auf eine andere Art und Weise und stellen zum Beispiel ihre Immobilien als Flüchtlingsunterkunft zur Verfügung. Andere hingegen haben Spendenaufrufe getätigt oder aus eigenen Mitteln gespendet. Entain hat bereits 60.000 Euro zur Verfügung gestellt, und zwar für humanitäre Hilfen. Von der SBC Group kamen 150.000 britische Pfund, während ein in der Ukraine ansässiges Glücksspielunternehmen eine Million Euro spendete.

Der schwedische Anbieter Kindred reagiert ebenfalls auf eine andere Weise, indem er ukrainischen Flüchtlingen Jobs anbietet. So versucht jeder Sportwettenanbieter oder Glücksspielkonzern seinen Beitrag zu leisten, um den Opfern zu helfen. Zugleich jedoch wird alles unternommen, damit Sportwettenfans weiterhin ihre Wetten platzieren und aus einem umfangreichen Wettangebot wählen können.

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Der Beitrag wurde am 23.3.2022 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern veröffentlicht.

Author: Joshua Morales