Razzia in eSporthallen in Italien

Zwei Männer sitzen nebeneinander in einem Gamingstuhl mit Lenkrad und spielen ein Auto-Rennsport-Spiel.

An diverse Razzien, unter anderem in Spielhallen, hat sich die italienische Bevölkerung bereits gewöhnt. Vor kurzer Zeit gab es zum ersten Mal eine Razzia in mehreren E-Sport-Hallen, bei denen mehrere Geräte beschlagnahmt wurden. Dieses Vorgehen führt nun zu einer Diskussion, ob eSport reguliert werden soll.

Zwei Männer sitzen nebeneinander in einem Gamingstuhl mit Lenkrad und spielen ein Auto-Rennsport-Spiel.

Obwohl eSport kein Glücksspiel ist, fanden in Italien Razzien statt. Hierbei wurden mehr als 40 Geräte, Computer und Konsolen sichergestellt. (©byronton/Pixabay)

Mehr als 40 beschlagnahmte Geräte in einer Halle

Die Razzia wurde in mehreren eSport-Hallen durchgeführt. In Bergamo fanden die Beamten mehr als 40 Geräte, die beschlagnahmt wurden. Pro Gerät fällt eine Strafe zwischen 5.000 und 50.000 Euro an. Das Problem ist, dass es für diese Geräte keine Zulassung gibt. Aus diesem Grund wurde die Razzia in mehreren Hallen durchgeführt. All dies geschah aufgrund einer Beschwerde eines traditionellen Spielhallenbesitzers. Nachdem erst vor einem Monat in Italien damit begonnen wurde, eSport zu fördern, verwundert das Vorgehen zahlreiche Experten und auch die Regierung.

Deshalb kommt es nun dazu, dass in Italien überlegt wird, ob eSport reguliert oder ganz verboten werden soll. Bis diese Frage geklärt sei, bat die Regierung um eine vorläufige Aussetzung des Vorgangs. Das bedeutet, dass die Besitzer der eSport-Computer und Spielegeräte nicht sofort mit einer Strafe rechnen müssen. Auf der anderen Seite behält sich die Regierung einer öffentlichen Meldung zufolge das Recht vor, zusammen mit der Zoll- und Monopolbehörde die aktuellen Maßnahmen zu bewerten. Solange müssen sich die Besitzer der beschlagnahmten Geräte noch gedulden.

Besitzer möchten sich gegen Vorgehen wehren

Die Besitzer der beschlagnahmten Konsolen und Computer möchten sich gegen das Vorgehen wehren. Dahinter liegen mehrere Gründe: Einerseits handelt es sich bei eSport nicht um Glücksspiele, da keine Geldgewinne ausgezahlt werden. Der Besitzer der Halle in Bergamo gab zum Besten, dass die Geräte nicht mit dem Internet verbunden sind. Somit könnten die Spieler auch nicht ohne Wissen des Besitzers zu Online-Glücksspielen greifen. Die Anzeige, die der Razzia vorausging, sei somit nicht richtig. Laut der Anzeige sollte es möglich gewesen sein, mit den Geräten auf illegale Glücksspiele zuzugreifen. Das bestreitet der Besitzer der eSport Halle.

Solange eSport weder verboten noch reguliert ist, scheint es unlogisch zu sein, die Geräte zu beschlagnahmen. In zwei Jahren wird eSport zudem zum ersten Mal bei den olympischen Spielen in Erscheinung treten. Auch aus diesem Grund heraus scheint es sinnvoll zu sein, eSport zu legalisieren. Italien möchte nicht das einzige Land sein, das sich nicht an der neuen Disziplin eSport beteiligt. Die Regierung möchte jedoch aus einem anderen Grund schnell eine Entscheidung treffen: Die vier Hallen, die bislang betroffen sind, stellen den Worten der Regierung zufolge nur die Spitze des Eisberges dar. Deshalb ist eine schnelle Entscheidung notwendig, damit nicht auch andere Betreiber mit einer Kontrolle und Strafe rechnen müssen.

Regierung für schnelle Entscheidung

Der Finanzuntersekretär Federico Freni wünscht sich eine schnelle Entscheidung und zwar zugunsten des eSports. Auch er ist der Meinung, dass es sich bei eSport nicht um Glücksspiele handelt, sondern zu einem seriösen neuen Sportbereich ausdehnt. Zum eSport zählen zum Beispiel elektromechanische Dartspiele, Flipperautomaten und Elektrogramme. Viele dieser Spiele sind in der Bevölkerung weitgehend unbekannt, zumindest bei den jüngeren Spielern. Für diese stellt eSport jedoch eine neue Revolution von Videospielen dar.

Mit einer Regulierung erhofft sich die Regierung auch eine transparente Situation, nach der sich alle Betreiber von eSport-Hallen richten können. Deshalb soll es nach der durchgeführten Razzia eine Pause von 90 Tagen geben, in der Strafen vorerst außen vor bleiben. Solange werden die Betreiber warten und eine Zwangspause einlegen müssen. Schließlich wurden teilweise alle Geräte und Computer mitgenommen, sodass ein Betrieb im Moment ausgeschlossen ist. Das ist ebenfalls ein Grund, weshalb die Regierung schnellstmöglich eine Entscheidung herbeiführen möchte. Sobald eSport legalisiert wurde, könnten die betroffenen Hallen wieder öffnen. Ebenso dürften davon dann eSport Wetten profitieren.

Glücksspiele stellen in Italien ein Problem dar

Obwohl die Regierung bezüglich der Razzien mit den Monopolbehörden nicht einer Meinung ist, respektiert sie deren Vorgehen. Um jedoch für die Zukunft solch unangenehme Kontrollen zu umgehen, möchte sich die Regierung mit zahlreichen Fachleuten an einen Tisch setzen und eine Lösung erarbeiten. In diesem Zusammenhang möchte die Regierung auch mit Coni zusammenarbeiten. Coni ist eine Organisation, die Wettkämpfe im Sport beaufsichtigt. Das bedeutet nun aber nicht, dass es sich bei eSport um ein Sportwettenangebot oder gar um Glücksspiele handelt.

Dass die Zoll- und Monopolbehörde überhaupt so streng gegen eSport vorgeht, könnte am allgemeinen Problem der Glücksspiele in Italien liegen. Seit Jahren versucht die Regierung sowohl landesweit als auch regional gegen illegales Glücksspiel vorzugehen. Neuesten Zahlen zufolge leiden in Italien 20 Millionen Menschen entweder direkt oder unmittelbar an den Folgen einer Spielsucht. Derzeit haben 1,5 Millionen Personen eine Spielsucht entwickelt. Bei der Differenz handelt es sich zum Beispiel um Verwandte, die ebenfalls mit den Folgen der Spielsucht zu kämpfen haben. Nachdem eine Anzeige eines anderen Spielhallenbetreibers vorlag, blieb den Behörden nichts anderes übrig, als eine Razzia anzusetzen. Auch einzelne Unternehmen haben es sich zur Aufgabe gemacht, mehr Spielerschutz bei eSport zu bieten.

Das könnte auch in Zukunft der Fall sein, wenn neue Anzeigen eingehen. Wären dann jedoch nur legale Konsolen und Geräte zu finden, käme es zumindest nicht mehr zu einer Beschlagnahmung und Stilllegung der Betriebe.

eSport seit 1990 bekannt

eSport ist eigentlich keine neue Erfindung. Stattdessen wird dieser Wettkampf bereits seit 1990 zumindest im LAN-Netzwerk ausgeübt. So kam es zu sogenannten LAN-Partys, an denen bis zu 2000 Spieler teilnahmen. Durch das weitere Voranschreiten des Internets war es bald möglich, dass die Spieler von Videospielen auch per Internet gegeneinander antreten konnten. Deshalb wurde relativ schnell eine E-Sport-Liga gegründet: Electronic Sports League und ClanBase waren die ersten. Inzwischen gibt es mehrere Vereine und im Jahr 2000 wurde die erste World Cyber Games ausgetragen. Nur drei Jahre später gab es den Electronic Sports World Cup in Frankreich. Aufgrund der Beliebtheit dieser Turniere werden sie auch live übertragen.

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Author: Joshua Morales