Partouche Gruppe Umsatzsteigerung – Betrugstest.com

Paris mit seinem Wahrzeichen, dem Eifelturm.

Der französische Glücksspielbetreiber Partouche hat vor wenigen Tagen den letzten Geschäftsbericht veröffentlicht. Dieser zeigt einerseits, dass die negativen Folgen der Corona-Pandemie beendet sind. Andererseits wird deutlich, dass die Glücksspielsteuer in Frankreich eine hohe finanzielle Belastung darstellt. Denn trotz wachsender Umsätze hat sich bei diesem Konzern der Gewinn verringert. Allerdings liegt der geringere Gewinn nicht nur an der Steuerbelastung.

Paris mit seinem Wahrzeichen, dem Eifelturm.

Die in Frankreich ansässige Partouche-Gruppe konnte im dritten Quartal 2021 eine Umsatzsteigerung verzeichnen. Aufgrund höherer Steuerzahlungen verringert sich jedoch der Gewinn. (©TheDigitalArtist/Pixabay)

Steigende Umsätze im Vergleich zum Vorjahr

Die im Geschäftsbericht präsentierten Zahlen zeigen deutlich, dass der Glücksspielkonzern Partouche im dritten Quartal des Jahres 2022 eine Umsatzsteigerung verzeichnen konnte. Das bei Partouche gültige dritte Quartal deckt sich nicht mit dem dritten Quartal des offiziellen Kalenders. Vielmehr handelt es sich um die Monate Mai bis Juli. In diesen drei Monaten hat sich der Umsatz im Vergleich zum gleichen Quartal des Jahres 2021 um 12,7 Prozent gesteigert. Das lässt sich der Pressemitteilung des Glücksspielkonzerns entnehmen.

Für diese positive Umsatzentwicklung hält Partouche eine Begründung bereit. Im Vergleich zum letzten Jahr – als der Coronapandemie mit Lockdowns begegnet wurde – sind nun wieder alle Casinos des Konzerns geöffnet. Zwar waren die Casinos letztes Jahr auch zum Teil geöffnet, es gab jedoch Einlassbeschränkungen oder Ausgangssperren. Die Geschäftsführung von Partouche freut sich jedoch aus einem weiteren Grund über die Umsatzsteigerung, da im letzten Quartal auch einige ungeplante Ausgaben entstanden sind. Diese betreffen 28,1 Millionen. Werden diese Kosten abgezogen, liegt immer noch eine Umsatzsteigerung von 10,8 Prozent vor.

Ursachen der außergewöhnlichen Kosten

Der Geschäftsbericht wurde so detailliert erstellt, dass auch die Ursachen für die Ausgaben in Höhe von 28 Millionen Euro bekannt wurden. Hierzu zählt zum Beispiel die Einstellung des Betriebs von Onlinespielen und Onlinewetten in Belgien. Ebenfalls wurde die Verwaltung des Casinos in Ostende eingestellt. Im Gegensatz zu den so entgangenen Umsätzen hat der Konzern auch neue Casinos übernommen, beziehungsweise neue Beteiligungen wahrgenommen. Das trifft beispielsweise auf die Casinogruppe Middelkerke in Belgien zu. Nach der Übernahme fielen Umbaumaßnahmen in Höhe von 0,2 Millionen Euro an.

Weitere Vergleichszahlen, die im Geschäftsbericht veröffentlicht wurden, zeigen auf, dass der Konzern zu den Umsatzzahlen vor der Pandemie zurückgekehrt ist. Werden die Umsatzzahlen mit 2019 verglichen, liegt im Jahr 2022 nur ein Umsatzrückgang von 0,4 Prozent vor. Das betrifft zumindest den gesamten Konzern, der sein Sortiment nicht nur in Frankreich und Belgien anbietet. Vielmehr handelt es sich um die Gesamtzahl der ganzen Welt. Über diese Zahlen ist die Gruppe besonders erfreut, da sie immerhin in eine Zeit mit einigen Impfvorschriften fallen. In einzelnen Bereichen oder in einigen Ländern konnte sogar eine höhere Umsatzsteigerung erzielt werden.

Spielautomaten und klassische Spiele erzielen höchste Umsatzsteigerung

Abgesehen von einer regionalen Aufschlüsselung verrät der Geschäftsbericht, in welchen Bereichen der höchste Umsatz erzielt wurde. So sieht man, dass die klassischen Spiele und Spielautomaten einen Umsatzzuwachs von 29,8 beziehungsweise 67,3 Prozent erzielten. Für elektronische Spiele wurde eine Umsatzsteigerung von 36 Prozent ermittelt. All diese Zahlen gelten für Frankreich. Der ausländische Geschäftszweig konnte immerhin noch eine Steigerung von 35,2 Prozent erzielen. Das schreibt der Glücksspielanbieter in erster Linie dem Schweizer Markt zu. Dort erfreuten sich die Online-Spiele einer stärkeren Beliebtheit, weshalb dieser Bereich fast um 100 Prozent anstieg. Die Umsatzzahlen lagen im dritten Quartal 2019 bei 1,6 Millionen Euro, im dritten Quartal 2022 bei 2,9 Millionen Euro.

Obwohl die Zahlen eine positive Entwicklung darstellen, hat sich der Gewinn der Partouche Gruppe verringert. Er ist nicht im gleichen Maße gestiegen wie die Umsatzzahlen. Der rückläufige Gewinn hängt nicht nur mit den oben erwähnten zusätzlichen Kosten zusammen. Vielmehr scheint der Grund in der höheren Steuerzahlung zu liegen. Der Gruppe Partouche zufolge haben sich die Steuern in Frankreich erhöht, weshalb sich der Nettogewinn um 23,8 Prozent verringert hat. Deshalb liegt der Gewinn nur bei 75 Millionen Euro. Diese Tatsache trübt jedoch nicht den Optimismus, der derzeit beim weltweit agierenden Glücksspielkonzern vorherrscht.

Partouche Gruppe besteht seit 1973

Nicht jeder Glücksspielkonzern kann eine so positive Bilanz vorweisen wie die Partouche Gruppe. Viele nagen immer noch an den finanziellen Folgen, die die Corona-Pandemie verursacht hat. Einige Länder haben immer noch Einreisebeschränkungen, aufgrund derer die Umsatzzahlen nicht wie gehofft in die Höhe steigen. Bei Partouche sieht es anders aus. Das kann auch daran liegen, dass dieses Unternehmen seit 1973 besteht und keinesfalls nur Glücksspiele anbietet. Es handelt sich um einen Konzern, der auch Hotels und Restaurants besitzt und betreibt. In Frankreich gilt der Konzern als führender Glücksspielanbieter.

Derzeit besitzt Partouche in Frankreich 40 Casinos, 12 Hotels und 70 Restaurants. Eigenen Angaben zufolge besitzt der Konzern 4813 einarmige Banditen. Diese stellen selbstverständlich nicht das einzige Sortiment an Glücksspielen dar. In den Casinos werden alle beliebten klassischen Spiele wie Poker und sogar Bingo angeboten. Hinzu kommen pro Casino einige Spieltische, wobei die Anzahl der Spielautomaten klar überwiegt. Um die Spieler an die Tische zu locken, veranstaltet Partouche in regelmäßigen Abständen Events, Pokerturniere und Bingo-Nächte.

Casinos mit Hotels verbunden

Wie bereits erwähnt, nennt Partouche nicht nur Casinos und Online-Casinos sein Eigen. Dieses Unternehmen führt in Frankreich 12 Hotels, in denen sich zum Teil ebenfalls Casinos befinden. So gesehen kann gesagt werden, dass der Konzern über Casino-Resorts verfügt. Um möglichst viele Geschäftsleute anzulocken, wurden in den Hotels auch Wellnesseinrichtungen und Golfplätze integriert. Logischerweise darf ein kulinarisches Angebot nicht fehlen, weshalb Partouche damit wirbt, dass Gourmetrestaurants zur Verfügung stehen. Diese Restaurants lassen sich nicht nur für private Stunden nutzen, sie können oft für mehrere Hundert Personen gebucht werden.

Doch wo befinden sich die Hotels und Casinos der Partouche-Gruppe? Sie sind nicht nur in Frankreich und Belgien angesiedelt, sondern auch in Tunesien und der Schweiz. So können Glücksspielfans zwei Highlights miteinander verbinden: Ein umfangreiches Glücksspielangebot und ein exklusives Übernachtungserlebnis teilweise direkt am Meer. Partouche bietet hierbei ein ebenso exklusives und extravagantes Spieleerlebnis an, wie die Hotels ausstrahlen.

Der Beitrag wurde am 23.9.2022 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern veröffentlicht.

Author: Joshua Morales