Neue Studie bestätigt verantwortungsvolle Glücksspielwerbung in Europa

Eine Person zeigt mit einem Stift auf eine Statistik auf dem Laptop und hält mit der anderen Hand ein Smartphone.

Fragt man Glücksspielfans über Glücksspielwerbung aus, denken die meisten an die über ein Land festgesetzten Beschränkungen. Es gibt jedoch eine europäische Vereinigung, die für ihre Mitglieder einen sogenannten Kodex entwickelt hat, demzufolge eine verantwortungsvolle Glücksspielwerbung betrieben wird. Eine Studie ergab in diesem Zusammenhang ein positives Ergebnis.

Der Kodex der EGBA

Eine Person zeigt mit einem Stift auf eine Statistik auf dem Laptop und hält mit der anderen Hand ein Smartphone.

Die neueste Studie über Glücksspielwerbung bestätigt, dass die Mitglieder der EGBA weitgehend alle Vorschriften für verantwortungsvolle Glücksspielwerbung beachten. (©PhotoMIX-Company/Pixabay)

EGBA steht für European Gaming and Betting Association und agiert demzufolge europaweit. Hierbei handelt es sich um einen Verband für Glücksspielanbieter, die gemeinsam ein sicheres Glücksspiel gewährleisten möchten. Die Mitgliedschaft ist selbstverständlich freiwillig – genauso wie die Erstellung eines Kodex, mit dem Werbung für Glücksspiele verantwortungsbewusst stattfindet. Verantwortungsbewusstsein bedeutet, dass sich die Werbung nicht an Minderjährige richten soll. Um das zu erreichen, soll die Werbeeinblendung nicht zwischen Fernsehsendungen für Kinder und Jugendliche stattfinden.

Zugleich jedoch arbeiten die Mitglieder der EGBA daran, dass im Internet der Zugriff auf Inhalte über Glücksspiele nur nach einer Altersüberprüfung gewährleistet wird. Die selbst kreierten Vorschriften für eine sichere Glücksspielwerbung bezieht sich keinesfalls nur auf Casinospiele, sondern auch auf Sportwetten. Aus diesem wurden von der EGBA auch Maßnahmen erschaffen, die ein Sponsoring einschränken. Um auch in diesem Bereich Minderjährige zu schützen, soll Sponsoring nicht über Aktivitäten ablaufen, die Kinder und Jugendliche ansprechen.

Wer sind die Mitglieder der EGBA?

Positiv ist, dass sich unter den Mitgliedern der EGBA viele namhafte Glücksspielanbieter befinden, die weltweit bekannt sind. Flutter Entertainment war einer der letzten Konzerne, die sich der EGBA angeschlossen haben. Nicht jeder kennt den Namen Flutter, aber hinter diesem Unternehmen verbergen sich Online-Casinos wie PokerStars, Betfair und Peddy Power. Dieser Anbieter befindet sich erst seit September 2021 auf der Mitgliedsliste der EGBA. Sein Beitritt wundert Experten in keiner Hinsicht, da es sich um einen Konzern handelt, der schon immer viel Wert auf die Sicherheit der Spieler gelegt hat.

Das war der Aussage von Flutter zufolge auch der Grund für die Mitgliedschaft. Die EGBA hat ihren Sitz in Brüssel und hat schon immer die Unternehmen angezogen, die ebenfalls ein hohes Maß an Spielersicherheit bieten. Aus diesem Grund gehören zur EGBA unter anderem die Bestson Group, bet365, Entain, die Kindred Group und William Hill. All diese Konzerne sind europaweit tätig und versuchen seit Jahren alles, um einen sicheren Glücksspielmarkt zu erzielen. Deshalb arbeiten vorgenannte Glücksspielanbieter immer nur dann in einem Land, wenn sie dafür auch eine Lizenz besitzen.

Studie fördert positives Ergebnis zutage

Die Mitglieder der EGBA scheinen der Meinung zu sein, dass Einzahlungslimits und Reality-Checks alleine nicht reichen, um einen sicheren Glücksspielmarkt anbieten zu können. Das liegt daran, dass ein Einzahlungslimit und Überprüfungen erst dann fruchten, wenn sich eine Person bereits als Spieler registriert hat. Deshalb erschuf die EGBA den Kodex für verantwortungsvolle Werbung. Mit solch einer Werbungsart wird verhindert, dass vor allem Minderjährige nicht auf die Idee kommen, eine Registrierung vorzunehmen. Nachdem solch ein Kodex nur dann Sinn macht, wenn die Einhaltung regelmäßig überprüft wird, hat ein weiteres Unternehmen eine Studie durchgeführt: EASA.

Hinter diesen Abkürzungen steckt die European Advertising Standards Alliance, die für die Überprüfung zuständig ist. Positiv ist, dass bereits alle als Mitglieder verzeichneten Glücksspielanbieter den Kodex beachten und die meisten Maßnahmen bereits umsetzen. Trotzdem hat die EASA auch Vorschläge unterbreitet, wie der Kodex in Zukunft noch besser umgesetzt werden könnte. Das lässt sich zumindest der Pressemitteilung der EGBA entnehmen. Um welche Vorschläge es sich handelt, wurde ebenfalls zum Teil verraten. Es wurde zudem veröffentlicht, wann die Überprüfungen vorgenommen wurden.

Meldungen aus vier Ländern wurden ausgewertet

Die Analyse der selbst definierten Werbemaßnahmen fand keinesfalls nur während eines kurzen Zeitraums statt. Vielmehr wurde die veröffentlichte Werbung über einen längeren Zeitraum hinweg kontrolliert, zum Beispiel während der Fußballmeisterschaft Euro 2020. Zugleich wurden 1240 Anzeigen unter die Lupe genommen, die aus den Ländern Griechenland, Rumänien, Irland und Schweden stammen. Um ein möglichst ehrliches Ergebnis zu erhalten, wurde sowohl TV-Werbung, Internetwerbung als auch die Social-Media-Konten der Mitglieder überprüft.

Nach der eingehenden Überprüfung, die erst im Juni dieses Jahres abgeschlossen war, fand die EASA heraus, dass die meisten Maßnahmen gut umgesetzt werden. Insbesondere die Umsetzung der geforderten Werbeinhalte wird von den Mitgliedern perfekt angewandt. Trotzdem hat die EASA Ideen vorgestellt, die den Glücksspielmarkt noch sicherer machen könnten. Hierzu zählt, dass die Altersbeschränkung für Glücksspiele deutlicher zum Ausdruck gebracht wird. Ebenso könnte die Werbung noch direkter auf ein verantwortungsbewusstes Spielen hinweisen. Bei Online-Werbung könnte die Geschwindigkeit so angepasst werden, dass die Inhalte garantiert wahrgenommen werden.

Nach dieser Studie werden sich alle Mitglieder der EGBA zusammensetzen und gemeinsam beschließen, wie der Kodex weiter gestärkt werden kann. Eine weitere Stärkung des Kodex könnte den Glücksspielmarkt noch sicherer machen.

EGBA sehr erfreut über das Ergebnis

Die EGBA ist jedoch sehr erfreut über das Ergebnis. Maarten Haijer, der Generalsekretär der EGBA, gab zu verstehen, dass er stolz auf seine Mitglieder ist. Er wünscht sich aber, dass die Glücksspielwerbung noch besser kontrolliert wird und dass die Branche den Auftrag einer verantwortungsbewussten Werbung ernst nimmt. Nur dann könne man verhindern, dass durch die Regierung verschärfte Maßnahmen kommen. Deshalb rät er weiteren Betreibern, sich der EGBA anzuschließen und den Kodex ebenfalls umzusetzen.

Maarten Haijer gibt auch zu verstehen, dass Werbung notwendig ist, um die Öffentlichkeit darüber zu informieren, welche Anbieter lizenziert sind und bei welchem Online-Casino sie somit legal spielen. Zugleich kann die Werbung über die Risiken und Chancen der verschiedenen Glücksspiele informieren. Dadurch können sich die Spieler rechtzeitig informieren und bewusst zu gewissen Spielen greifen. Einer Überraschung wird somit vorgebeugt. All dies sind Gründe, weshalb Glücksspielwerbung auch in Zukunft einen wichtigen Teil der Glücksspielbranche darstellen wird. Umso wichtiger, dass die Glücksspielanbieter ein hohes Maß an Verantwortung walten lassen und verhindern, dass Minderjährige über die Spielmöglichkeiten informiert werden.

Der Beitrag wurde am 27.7.2022 in dem Magazin von Betrugstest.com unter den Schlagwörtern veröffentlicht.

Author: Joshua Morales