Glücksspielanbieter spenden Einnahmen – Betrugstest.com

Queen beim Pferderennen von Ascot.

Kaum ein Pferderennen genießt einen höheren Stellenwert als das Royal Ascot in Großbritannien. Selbst die Queen gilt als große Anhängerin des Galoppsports und schaut regelmäßig bei Rennveranstaltungen im Lande vorbei. In diesem Jahr feiert die britische Königin ihr 70. Jubiläum auf dem Thron. Das nahmen die Glücksspielanbieter zum Anlass, um beim Royal Ascot Pferderennen in diesem Jahr eine ganz besondere Aktion ins Leben zu rufen. Ein Teil der Einnahmen soll laut Angaben des britischen Glücksspielverbandes Betting and Gaming Council (BGC) an wohltätige Organisationen gespendet werden.

Queen beim Pferderennen von Ascot.

Das traditionelle Pferderennen von Ascot ist in Großbritannien ein wichtiges gesellschaftliches Event, dem sogar die Queen beiwohnt. (©chudson/Pixabay)

Royal Ascot: Wettanbieter spenden Gewinne der Britannia Stakes

Vom 14. bis zum 16. Juni ist es wieder soweit. Das traditionelle Pferderennen in Ascot startet. In diesem Jahr steht die Veranstaltung unter einem ganz besonderen Stern. Im Zuge des 70. Thronjubiläums der englischen Königin hat sich die Glücksspielbranche zu einer besonderen Aktion motivieren lassen. Ein Teil der Einnahmen an den Renntagen wird wohltätigen Organisationen zugutekommen. Konkret handelt es sich dabei um alle Gewinne der Buchmacher, die bei den sogenannten Britannia Stakes erzielt werden. Bei diesem handelt es sich um ein besonderes Handicaprennen auf der Grasbahn, an dem ausschließlich dreijährige Wallache und Hengste teilnehmen. Dotiert ist das Rennen mit satten 60.000 Pfund.

Traditionell findet das Britannia Stakes am letzten Turniertag in Ascot statt und wird über die Distanz von einer Meile ausgetragen. Ein durchaus ehrenvoller Auftritt. Immerhin werden auch am letzten Tag die beiden Highlights mit dem Norfolk Stakes und dem Ascot Gold Cup veranstaltet. Große Aufmerksamkeit ist dem Rennen und damit der Aktion der Wettanbieter also sicher. Bereits im letzten Jahr ging dieser Plan auf. Damals konnten die Buchmacher rund 1,25 Millionen Pfund an gemeinnützige Organisationen spenden.

Kein großer Name lässt sich das Pferderennen in Ascot entgehen

Für alle Wettanbieter ist das Royal Ascot eine der wichtigsten Veranstaltungen des Jahres. Durch die Spendenaktionen sogar gleich in mehrfacher Hinsicht. Zum einen können gute Geschäfte an den Renntagen gemacht werden. Zum anderen unterstreichen die Glücksspielanbieter durch die Spenden ihre gesellschaftliche Verantwortung und die Tatsache, dass sie dieser gerecht werden können. Kein Wunder also, dass gleich zahlreiche große Namen in diesem Jahr wieder als Unterstützer der Aktion auftreten. Darunter unter anderem die Konzerne von Entain mit Marken wie Ladbrokes und Coral, Council Futter mit Paddy Power, Betfair oder Sky Bet, bet365, Betvictor, William Hill oder Betway.

Viele Organisationen sollen profitieren

Für die Renn-Fans können die Tage rund um Ascot durch die Spendenaktion der Glücksspielanbieter ebenfalls zu einem großen Erfolg werden. Selbst wenn es nicht mit dem Gewinn einer Wette klappt, bleibt das gute Gefühl, eine wichtige Organisation bei ihrer Arbeit unterstützt zu haben. Welche Organisationen von den Einnahmen und Spenden profitieren wollen, wurde bereits im Vorfeld festgelegt. In dieser Liste sind einige der besten und bekanntesten Wohltätigkeitsorganisationen des Landes zu finden. Darunter zum Beispiel der Ascot Racecourse Supports Community Fund, ABF – The Soldiers’ Charity, The Ivors Academy Trust oder Cotsworld Riding for the Disabled.

Michael Dugher, der CEO des BGC, erklärte in einer Stellungnahme: „Die Leidenschaft der Majestät für den Rennsport ist weltweit bekannt. Es handelt sich um einen Sport, der die Kraft dazu hat, Menschen zusammenzubringen. Und das Royal Ascot ist eines der größten Highlights im Rennkalender. Millionen von Menschen genießen die Spannung und ich bin stolz darauf, dass die Wettunternehmen ihre Gewinne aus einem der Top-Rennen vom Royal Ascot, dem Britannia Stakes, an Wohltätigkeitsorganisationen spenden werden (…).“

Positives Zeichen der Glücksspielbranche

Generell kann das Spenden der Gewinne als positives Zeichen der Glücksspielbranche gewertet werden. Allerdings nicht ganz uneigennützig. Viele der Unternehmen sind in den letzten Jahren scharf in die Kritik geraten. Öffentlichkeitswirksame Arbeit wie in diesem Fall kommt da genau zum richtigen Zeitpunkt. Gleichzeitig freut man sich aber auch auf Seiten der Rennbahn-Betreiber über die Spendenaktion der Wettanbieter. So heißt es von den Veranstaltern, dass man stolz darauf, dass die Rennbahn in Ascot dazu beitragen könne, viele Spendengelder für gemeinnützige Organisationen zu sammeln.

Das ist das Royal Ascot Pferderennen

Pferderennen genießen in Ascot eine besondere Tradition. Bereits im Jahre 1711 wurden auf Initiative der damaligen Königin Anne die ersten Pferderennen in dieser Region veranstaltet. Damals liefen insgesamt sieben Pferde in einem Rennen mit einem Zusatzgewicht von jeweils 76 Kilogramm über eine Distanz von mehr als 6.400 Metern. Erst mit der Einführung der Royal-Ascot-Woche allerdings rückte dieser Ort mit seiner Rennbahn richtig in den Fokus der Öffentlichkeit. Das erste sogenannte Royal Meeting fand hier im Jahre 1768 statt. Seit jeher steht die Rennwoche, die immer Mitte Juni stattfindet, unter der Schirmherrschaft des britischen Königshauses. Besondere Hochspannung verspricht dabei der dritte und letzte Renntag der Veranstaltung. Dieser wird auch als „Ladies Day“ bezeichnet und beherbergt die prestigeträchtigsten Rennen in Ascot.

Unklar ist allerdings, ob auch in diesem Jahr die Queen höchstpersönlich vorbeischauen wird. Mit dem Epsom Derby, welches traditionell rund drei Wochen vor dem Royal Ascot veranstaltet, ging gerade erst das wichtigste Rennen für dreijährige Tiere im Rennkalender zu Ende. Gesichtet wurde die Queen, anders als in vorangegangenen Jahren, nicht. Gut möglich also, dass auch in Ascot in diesem Jahr eine Tradition ihr Ende findet und die Queen nicht persönlich auf der Rennstrecke zu sehen sein wird.

Author: Joshua Morales